
„Leben Sie wohl und hole Sie der Teufel!“

„Heine sagt sehr bissige Sachen, und seine Witze treffen ins Schwarze. Man hält ihn für von
Grund auf böse, aber nichts ist falscher; sein Herz ist so gut wie seine Zunge schlecht ist. Er
ist zärtlich, aufmerksam, aufopfernd, in der Liebe romantisch, ja schwach, und eine Frau
kann ihn unbegrenzt beherrschen.“ So George Sand (1804-1876) über den Dichter-Rebellen.
Heinrich Heine (1797-1856) ist zeitlos und klingt oft erstaunlich aktuell. Mit scharfer Zunge entlarvt er Spießertum und nationalistische Engstirnigkeit. Auch seine hingebungsvollen Liebesgedichte sind stets von einer feinen Ironie durchzogen. Er ist der Romantiker, der die Romantik überwindet; der Jude, der sich mit der Taufe das „Entréebillet zur europäischen Kultur“ erhofft; der Feuilletonist, dem – in seiner deutschen Heimat geschmäht – das liberale Paris erst Wahlheimat, dann Exil wird, denn der preußische König erlässt des „Wintermärchens“ wegen einen Haftbefehl gegen ihn. Seine letzten acht Lebensjahre bringt Heine schwerkrank in seiner „Matratzengruft“ zu, wo er bis zuletzt unermüdlich arbeitet und seinen bissigen Witz nie verliert .
Sonja Szylowicki verwebt Dichtung, Biographisches und Briefe zu einer facettenreichen Collage. Vor allem die leidenschaftlichen Korrespondenzen Heines mit Familie, geliebten Frauen, prominenten Zeitgenossen (wie Goethe, Marx, Humboldt) und seinem Verleger Julius Campe spiegeln die Freuden und Nöte seines bewegten Lebens wider.
Musikalisch interpretiert wird diese Reise durch Leben und Werk Heines von Irene Husmann (Geige) und Elen Harutyunyan (Bratsche) mit Charakterstücken von Charles Koechlin (1867-1950), Jacques Chailley (1910-1999) und Robert Fuchs (1847-1927).